Effiziente Durchführung der System-FMEA für Produkte und Prozesse

Die Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA) ist eine vorbeugende Qualitätstechnik, um bereits in der Entwicklungs- und Planungsphase von Produkten bzw. Prozessen mögliche Fehler aufzudecken und deren mögliche Fehlerursachen durch geeignete Maßnahmen auszuschalten. Anhand der Strukturierung der Produkte bzw. Prozesse in ihre konstituierenden Elemente und Wechselwirkungen werden Schwachstellen und Potenziale erkannt und für den Verbesserungsprozess nutzbar. Die FMEA ist besonders im technischen Bereich eine sehr wirksame und anerkannte Methode, um den Anforderungen des risikobasierten Denkens und resultierender Maßnahmen gerecht zu werden.
Auch als projektbegleitende und teamorientierte Risiko­analyse wird die FMEA branchenspezifisch gefordert und hat sich dort bewährt. Darüber hinaus trägt sie zum Wissenstransfer im Unter­nehmen bei und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmensbereichen.
VDA und AIAG AIAG werden 2019 ein neues gemeinsames Referenzhandbuch zur FMEA veröffentlichen. Mit dessen Erscheinung und Verfügbarkeit wird das Seminar auf dieser Basis durchgeführt.
  • Inhalt

    1. Tag
    • Ziele der Qualitätstechnik FMEA aus Sicht des Qualitäts­managements, als Methode zur Ermittlung von Chancen und Risiken sowie bezüglich der Produkthaftung (Risikoanalyse)
    • Änderungsschwerpunkte des neuen FMEA-Handbuchs AIAG/ VDA bzw. des FMEA-Upgrades VDA 4/AIAG (bei Verfügbarkeit)
    • Charakterisierung der Produkt-FMEA und der Prozess-FMEA und Einordnung in den Projektablauf
    • Bedeutung von Merkmalen (Produkt/Prozess) und ihre Gewichtung
    • Vorbereitung und Durchführung einer FMEA im Unterneh­men (Systemanalyse, Fehler- und Fehlerursachen­analyse, Risiko­bewertung und Maßnahmen, Systemoptimierung)
    • Priorisierung der Strukturanalyse und der Wechselwirkungen der Elemente im System
    • Die FMEA-Dokumentation und Rechnerunterstützung
    • Bewertungskriterien mit dem besonderen Aspekt der neuen Gesamtrisikobewertung mittels Aufgabenprioritäten (AP) anstelle der bisherigen Risikoprioritätszahl RPZ
    • Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern, Fehlerursachen sowie zu deren besserer Entdeckung
    • Wirkungszusammenhänge zwischen Produktanforderungen und Prozessen
    • Bezug der FMEA zu anderen Qualitätstechniken sowie Wieder­verwendung und Pflege der FMEA-Ergebnisse

    2. Tag
    • Gruppenarbeit - Arbeitsbeispiele für System-FMEA Produkt und/oder Prozess unter Nutzung der in VDA und AIAG dokumentierten Formblätter und Rechnerunterstützung
    • Fehler- und Fehlerursachenanalyse mit Hilfe des Ursachen-Wirkungs-Diagramms
    • Muster für übliche Bewertungstabellen auf Basis von Referenzhandbüchern
    • Diskussion und Einsatz der Bewertungskriterien
    • Schwerpunkte bei der Beurteilung der FMEA-Ergebnisse, ihrer Vorbereitung und Durchführung im Rahmen von internen und externen Audits
    • Nachverfolgung von Maßnahmen und Wirksamkeitsbewertung
  • Zielgruppe

    Mitarbeiter aus Entwicklung, Konstruktion und Fertigungs­planung, Management, Liefe­rantenentwicklung, Qualitäts­wesen sowie Marketing und Vertrieb.

  • Seminarziel

    Das Seminar soll die Teilnehmer befähigen, als Methoden­spezialisten FMEA-Sitzungen vorzubereiten, durchzuführen und auszuwerten sowie die Ergebnisse umzusetzen. Die Teilnehmer lernen die Beziehungen zwischen der FMEA und anderen Qualitäts­techniken kennen. Auf Grund der besonderen Bedeutung der Qualitätstechnik FMEA in Entwicklung, Konstruktion und Fertigungsplanung nach DIN EN ISO 9001, AIAG, VDA 2, 4 und 6.1 sowie IATF 16949 werden die Grundlagen der Qualitätstechnik FMEA aus Sicht des Qualitäts-/Risikomanagements und der Produkt­haftung behandelt. Hinweise aus den Normen DIN EN 60812 und DIN EN 61025 zum Stand der Technik bei Fehler- und Fehlfunktionsanalysen finden Berücksichtigung. Auf die mit der FMEA-Durchführung erreichbaren wirtschaftlichen Effekte im Unter­nehmen wird eingegangen.
  • Organisatorisches

    Hard- und Software: Jeder Teilnehmer muss über einen Laptop mit Microsoft® Excel ab Version 2010 verfügen. Bei Bedarf kann ein Laptop bereitgestellt werden, in diesem Fall geben Sie das bitte bei Ihrer Anmeldung an.

    Seminardauer: 2 Tage, jeweils von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

    Leistungsumfang und Teilnahmegebühr: Einschließlich ausführlicher Seminarunterlagen, gastro­nomischer Verpflegung, Teilnahmebestätigung 850,- EUR zzgl. MwSt.
    Für ein In-House-Training unterbreiten wir Ihnen gern ein Angebot. Bei In-House-Trainings erfolgt die FMEA-Durch­führung und -Auswertung anhand aktueller Forderungen und FMEA-Beispiele aus dem betreffenden Unternehmen.