GPS 3 - Tolerierungskonzept Maximum- und Minimum-Material-Bedingung

Toleranzen für die geometrischen Produkt­spezifikationen sind technische Spezifikationen, die in nahezu allen Phasen der Produktentstehung kostenwirksam sind. Die Merkmalstoleranzen bestimmen die Funktionseigenschaften der Produkte, den Aufwand in der Teilefertigung und die Fügbarkeit der Teile in der Montage.

Das trifft insbesondere auf die Tolerierung der Positionen (Lage) von Bohrungsachsen, Mittel- und Symmetrieebenen von Längen- und Winkel­teilun­gen und sich wiederholenden Funktionsgruppen (Mustern) an den Werkstücken zu. In solchen Tolerierungsfällen ergeben sich durch die Anwendung der Positionstolerierung wirt­schaft­liche Lösungen durch Toleranzerweiterungen bei Anwendung der Maximum-Material-Bedingung, Minimum-Material-Bedingung und Reziprozitätsbedingung.

  • Inhalt

    • Aktuelle Normenübersicht zur Tolerierung und Messung von Maß, und Form und Lage
    • Maßabhängige Form- und Ortstolerierung nach der Maximum-Material-Bedingung (MMR) nach DIN EN ISO 2692
      • Grundlagen
      • Zeichnungsangaben
      • Wirksamer und resultierender Zustand
      • Vor- und Nachteile zur konventionellen Tolerierung
      • Übungen
    • Maßabhängige Form- und Ortstolerierung nach der Minimum-Material-Bedingung (LMR) nach DIN EN ISO 2692
      • Grundlagen
      • Zeichnungsangaben
      • Wirksamer und resultierender Zustand
      • Vor- und Nachteile zur konventionellen Tolerierung
      • Übungen
    • Maßabhängige Form- und Ortstolerierung nach der Reziprozitätsbedingung nach DIN EN ISO 2692
      • Grundlagen
      • Zeichnungsangaben
      • Wirksamer und resultierender Zustand
      • Vor- und Nachteile zur konventionellen Tolerierung
      • Übungen
  • Zielgruppe

    Mitarbeiter aus Entwicklung und Konstruktion, Fertigungs- und Prüfplanung.

    Voraussetzungen: Die Teilnehmer sollten über gute Kenntnisse zur Maß-, Form- und Lagetolerierung nach DIN EN ISO 1101 verfügen (Seminar 007-FMT).

  • Seminarziel

    Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern die Grundlagen und Vorteile der Tolerierung nach dem Maximum-Material-Prinzip und nach dem Minimum-Material-Prinzip zu vermitteln.

    Bei diesen Tolerierungskonzepten werden die Toleranzen von Größen­maßen und die Toleranzzonen für zentrale Geometrie­elemente (Achsen, Mittelebenen) nicht als voneinander unabhängig betrachtet, sondern nach bestimmten Regeln Abhängig­keiten definiert. Diese Regeln werden anhand funktionaler Rand­beding­ungen aufgestellt. Ein größeres Toleranzangebot für den Fertigungs­prozess ist dann die Folge, so dass in den meisten Anwendungs­fällen von Kostenoptimierung und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit gesprochen werden kann. Die Überwachung so tolerierter Merkmale am Bauteil kann mit Koordinatenmessgeräten und mit Funktionslehren erfolgen.

    Die theoretischen Ausführungen werden mit praktischen Übungen zur Festlegung von Zeichnungsangaben untersetzt.

  • Organisatorisches

    Seminardauer: 1 Tag, von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

    Leistungsumfang und Teilnahmegebühr: Einschließlich ausführlicher Semi­narunterlagen, gastro­no­mischer Verpflegung und Teilnahmebestäti­gung 570,- EUR zzgl. MwSt.Für ein In-House-Training unterbreiten wir Ihnen gern ein Angebot.