Verfahren der Qualitätsplanung und der Lieferfreigabe im Automotive-Bereich nach AIAG und VDA

Im Automotive-Bereich finden verschiedene branchen­spezifische Verfahren Anwendung:
  • zur Qualitätsplanung bei der Entwicklung von Komponenten (Teile, Baugruppen, Module, Systeme) einschließlich der Ent­wicklung der zugehörigen technologischen Prozesse durch den Lieferanten und
  • zur Prüfung, Abnahme und Erteilung der Lieferfreigabe der entwickelten/produzierten Kompo­nenten und Produkte durch den Kunden.
Für die Entwicklung von Komponenten und deren Fertigungs­prozesse haben sich die Verfahren
  • "Projektplanung" nach VDA-Band 4 Teil 3 (seit 2012 nicht mehr im Programm der Publikationen des VDA),
  • "Produktentstehung - Reifegradabsicherung für Neu­teile" (RGA) aus dem VDA-Regelwerk sowie
  • "Advanced Product Quality Planning and Control Plan" (APQP) aus dem Regelwerk der AIAG
durchgesetzt.
Die Erteilung der Lieferfreigabe erfolgt vielfach nach
  • dem Verfahren zur Produktionsprozess- und Produkt­freigabe (PPF-Verfahren) aus dem VDA-Regelwerk Band 2 (Sicherung der Qualität von Lieferungen) oder
  • dem Produktionsteil-Freigabeverfahren "Production Part Appro­val Process" (PPAP) aus dem Regelwerk der AIAG.
Die erstgenannten Verfahren beschreiben den grundsätzlichen Ablauf der vom Lieferanten zu realisierenden Produkt- bzw. Prozessentwicklung. Die dabei zu erarbeitenden Dokumente und die zu führenden Aufzeichnungen werden wiederum in dem an zweiter Stelle genannten Lieferfreigabeverfahren (Bemusterungsprozess) benötigt.
Das jeweils anzuwendende Verfahren legt der Kunde fest. Das bedeutet, dass die Unternehmen der Automobilzulieferindustrie diese Verfahren kennen müssen, um sie kundenorientiert in professio­neller Art anwenden zu können.
  • Inhalt

    • Der Qualitätsplanungsprozess und das Produktions­prozess- und Produktfreigabeverfahren im Kontext zu den QM-System­anforderungen nach IATF 16949
    • Das Phasenkonzept im APQP (Referenzhandbuch AIAG) als Grundlage für das Projektmanagement bei Produkt- und Prozessneuentwicklungen im Automotive Zulieferbereich, Regeln, Hilfsmittel und Checklisten
    • Die einzelnen Phasen des APQP-Prozess und die Erstellung von Produktionslenkungsplänen innerhalb des APQP-Prozesses
    • Projektplanung nach VDA-Richtlinie 4.3 – die Unterschiede zum APQP-Prozess
    • Die Produktionsprozess- und Produktfreigabe nach den PPAP-Vorgaben (Referenzhandbuch AIAG)
    • Serienfreigabe nach VDA-Richtlinie 2 – die Unterschiede zum PPAP-Verfahren
  • Zielgruppe

    Führungskräfte und Mitarbeiter aus den Bereichen Qualitäts­wesen, Entwicklung, Arbeitsvorbereitung und Lieferanten­entwicklung der Automobil­zuliefer­industrie.

  • Seminarziel

    Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmer in die Methoden der Qualitätsplanung im Rahmen der Entwicklungsprozesse einzuführen. Der Ablauf des Bemusterungsprozesses wird vorgestellt. Dem Teilnehmer wird ein umfassender Überblick über diese Methoden gegeben, um ihn in die Lage zu versetzen, sie in der Praxis anwenden zu können.
  • Organisatorisches

    Wir haben für dieses Seminarthema keine Termine und Veranstaltungsorte festgelegt, sondern werden diese immer zu Quartalsbeginn entsprechend dem aktuellen Bedarf planen. Bei Interesse sprechen oder schreiben Sie uns bitte an.

    Seminardauer: 1 Tag, von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

    Leistungsumfang und Teilnahmegebühr: Einschließlich Seminarunterlagen, gastronomischer Ver­pflegung und Teilnahmebestätigung 530,- EUR zzgl. MwSt.
    Für ein In-House-Training unterbreiten wir Ihnen gern ein Angebot.