Formmesstechnik

Ausgangspunkt für die messtechnische Erfassung von Geometrie­elementen ist die Beschrei­bung der Nenn­geo­metrie mit Sollwerten und Toleranzen in den technischen Dokumentationen. In diesem Zusammenhang bilden die internationalen Normen zur Geometrischen Produkt­spezifikation und -Prüfung eine wesentliche Grundlage. Mitarbeiter der o. g. Zielgruppe müssen über Kenntnisse der Zeichnungsangabe für Form- und Lagetoleranzen verfügen, um geeignete Mess­verfahren und Messstrategien ableiten zu können.
  • Inhalt

    1. Tag: Messgrößen
    • Überblick über das Normungskonzept zur Geometrischen Produktspezifikation und -prüfung
    • Konzepte und Regeln für die Angabe geometrischer Merkmale und ihrer Toleranzen nach DIN EN ISO 8015
    • Form- und Lagetoleranzen nach DIN EN ISO 1101 und ihre Interpretation
    2. Tag: Messverfahren
    • Form-, Richtungs-, Orts- und Lauftoleranzen, deren Einhaltung mittels Formmesstechnik verifiziert werden können
    • Anforderungen an die Reproduzierbarkeit der Prüfergebnisse (Messortauswahl, Anforderungen an mechanische Tastelemente, Filterauswahl)
    • Messsysteme und Messverfahren für Rundheits- und Zylinderformprüfungen
    • Messung und Auswertung von Abständen, Radien und Winkeln an Profilen (Linienform)
    • Einfache Werkstattprüfverfahren für Rundheit, Parallelität, Rechtwinkligkeit, Symmetrie, Rund- und Planlauf
    • Vorbereitung des Praktikums
    3. Tag: Praktikum und Prüfung
    • Praktikum: Rundheitsprüfung mit Formprüfgerät
    • Praktikum: Profilmessung nach dem Tastschnittverfahren Prüfung
    Hinweis: Es ist grundsätzlich erwünscht, dass die Teilnehmer Zeich­nungen und Tolerierungsbeispiele aus ihrem Tätigkeitsbereich zum Seminar mitbringen.
  • Zielgruppe

    Mitarbeiter aus den Bereichen Messtechnik und Qualitäts­sicherung, die Prüfungen geometrischer Merkmale an Bauteilen und Baugruppen vorbereiten und durchführen sollen. Auch erfahrene Praktiker sind angesprochen, die ihre Fertigkeiten mit den fachtechnischen Grundlagen erweitern möchten. Kenntnisse im Umgang mit technischen Zeichnungen werden vorausgesetzt.

  • Seminarziel

    Der Teilnehmer soll die auf den Konstruktionsdokumenten angegebenen Form- und Lagetoleranzen erkennen und interpretieren sowie geeignete Messverfahren auswählen und anwenden können. Er soll in der Lage sein, eine Eignungseinschätzung der Messverfahren auf der Grundlage metrologischer Parameter der Messgeräte vornehmen zu können.
  • Prüfung

    Im Anschluss an den Lehrgang kann an einer Prüfung teil­genommen werden. Das Bestehen der Prüfung wird in der Teilnahmebestätigung mit "erfolgreich teilgenommen" bestätigt. Die bestandene Prüfung ist u. a. Voraussetzung für die Erlangung des Zertifikates "Fertigungsmesstechniker".
    Es gilt die Prüfungsordnung der Q-DAS GmbH.
    Die Prüfung findet am letzten Tag statt und wird in schriftlicher Form auf Grundlage von Fragen mit Auswahlantworten (Multiple Choice) durchgeführt und dauert eine Stunde.
  • Organisatorisches

    Seminardauer: 3 Tage, am 1. Tag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, am 2. Tag von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr
    am 3. Tag von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr und Prüfung einschließlich Auswertung von 15.30 bis 17.00 Uhr

    Leistungsumfang und Teilnahmegebühr: Einschließlich ausführlicher Seminarunterlagen, gastrono­mischer Verpflegung und Teilnahmebestätigung 1.150,- EUR zzgl. MwSt.
    Prüfungsgebühr 90,- EUR zzgl. MwSt.
    Bei gleichzeitiger Buchung aller Module zum Fertigungsmess­techniker erhalten Sie 10 % Rabatt auf die Teilnahmegebühr.
    Für ein In-House-Training unterbreiten wir Ihnen gern ein Angebot, wenn die Nutzung Ihrer Messtechnik möglich ist und für die praktischen Übungen ein Betreuer bereitgestellt wird. Details dazu werden in der Angebotsphase mit Ihnen abgestimmt.