SPC mit Qualitätsregelkarten für attributive (diskrete) Merkmale

Bei der Beurteilung der Stabilität und Fähigkeit von Fertigungs­prozessen sowie bei deren laufender Überwachung stehen die stetigen (messbaren) Produkt- und Prozessmerkmale zu Recht im Vordergrund. In den meisten Prozessen entstehen aber auch Produktmerkmale, die nur nach den Kategorien "fehlerfrei"/ "fehlerhaft" (i.O./n.i.O.) bewertet werden können. Bei einigen Prozessen werden die Fehler auch bezogen auf eine bestimmte Einheit, beispielsweise eine Fläche, gezählt. Oft werden die Fehler durch Sichtprüfung mit dem menschlichen Auge oder durch eine automatische optische Inspektion (AOI) ermittelt und in verschiedene Fehlerarten wie "Gratbildung", "Kratzer", "Schlieren", "Verfärbungen" usw. klassifiziert.
Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie derartige Merkmale mit SPC (statistical process control) überwacht und geregelt werden können. SPC wird im Deutschen als Statistische Prozesslenkung bezeichnet und umfasst sowohl die Qualitätsregelkarten als auch den Nachweis der Prozessfähigkeit.
  • Inhalt

    1. Tag
    • Merkmalsarten
      • Abgrenzung zu kontinuierlichen Merkmalen
      • Anzahl der fehlerhaften Einheiten
      • Anzahl der Fehler pro Einheit
    • Verteilungsmodelle
      • Binomialverteilung für die Anzahl der fehlerhaften Einheiten
      • Poisson-Verteilung für die Anzahl der Fehler pro Einheit
      • Schätzung der Parameter aus Stichproben
    • Berechnung und Interpretation von Vertrauens- und Zufallsstreubereichen
    2. Tag
    • Berechnung und Anwendung von Qualitätsregelkarten
      • np- und p-Karte für binomialverteilte Merkmale
      • u- und c-Karte für Poisson-verteilte Merkmale
      • Eingriffskennlinien und erforderlicher Stichprobenumfang
      • Beispiele mit qs-STAT®
    • Prozessqualifikation für attributive Merkmale
      • Aspekte der Definition der Fehlerkriterien und der Analyse von Prüfsystemen
      • Die Kennzahlen "mittlerer Anteil fehlerhafter Einheiten" bzw. "mittlere Anzahl Fehler pro Einheit"
      • Einsatz von QRK zur Beurteilung der Prozessstabilität
      • Berechnung von Fähigkeitskennziffern für attributive Merkmale
    • Fehlersammelkarten
      • Aufbau und Datenerfassung
      • Auswertung mit QRK
  • Zielgruppe

    Ingenieure und Techniker aus den Bereichen Arbeitsvorbereitung, Qualitätswesen und Produktion.

  • Seminarziel

    Es werden Kenntnisse und Fertigkeiten bei der Auswahl und dem Einsatz von Qualitätsregelkarten für diskrete Merkmale vermittelt. Um ein umfassendes Verständnis dieser Methoden zu erreichen, werden die mathematisch-statistischen Grundlagen in verständlicher Form erörtert. Vorgestellt werden auch Methoden zur Ermittlung von Fehlerschwerpunkten, wie die Auswertung von Fehlersammelkarten mit der Pareto-Analyse. Die Berechnung und Anwendung der Qualitätsregelkarten wird an Fallbeispielen und Übungen mit der Software qs-STAT® bzw. mit Microsoft® Excel trainiert.
  • Organisatorisches

    Hard- und Software: Bei Trainings, die nicht in Weinheim stattfinden, muss jeder Teilnehmer über einen Laptop mit Microsoft® Excel ab Version 2010 verfügen. Die Software qs-STAT® wird für den Schulungszeitraum kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf kann ein Laptop bereitgestellt werden, in diesem Fall geben Sie das bitte bei Ihrer Anmeldung an.
    Bei In-House-Trainings ist auf Wunsch des Unternehmens auch die Vorstellung und Nutzung des Softwaresystems MINITAB® möglich.

    Seminardauer: 2 Tage, jeweils von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

    Leistungsumfang und Teilnahmegebühr: Einschließlich ausführlicher Seminarunterlagen, gastrono­mischer Verpflegung und Teilnahmebestätigung 920,- EUR zzgl. MwSt.
    Für ein In-House-Training unterbreiten wir Ihnen gern ein Angebot.