Zwei- und dreidimensionale Charakterisierung der Oberflächenbeschaffenheit und deren funktionsorientierte Tolerierung

Bei zahlreichen technischen Anwendungen hat die geo­metrische Oberflächenbeschaffenheit einen wesentlichen Einfluss auf die Oberflächenfunktion. Damit stellt die Ober­fläche ein wichtiges Merkmal der Produkt- und Prozess­qualität dar. Zudem kann mit geeigneten Oberflächenkennwerten die Änderung von Parametern der Herstellprozesse überwacht und gezielt beeinflusst werden. Jedoch ist es nicht immer einfach, die richtigen Kenngrößen mit sinnvollen Grenzwerten und den richtigen Mess- und Filterbedingungen festzulegen, um eine geforderte Oberflächenfunktion gewährleisten zu können. Auch die Angabe der Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit und die korrekte Interpretation der Angaben will gelernt sein.
Mit der Veröffentlichung und Weiterentwicklung der DIN EN ISO-Normen und Richtlinien der Automobilindustrie zur Tolerierung und Messung der geometrischen Oberflächen­beschaffenheit ergeben sich Konsequenzen für deren Angabe in den technischen Produkt­dokumentationen und für die praktische Messung der Oberflächenrauheit und Oberflächenwelligkeit.
  • Inhalt

    1. Tag
    • Grundlagen
      • Einteilung der Gestaltabweichungen und Zusammen­hänge zwischen der Oberflächen­funktion, den geometrischen Oberflächeneigenschaften und den Fertigungsverfahren
      • Übersicht über DIN EN ISO-Normen und Richtlinien des VDA zur geo­metrischen Oberflächenbeschaffenheit - Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus Sicht der industriellen Anwendung
    • 3D- und 2D-Oberflächenkenngrößen und Oberflächenangaben in der technischen Dokumentation
      • Definition, Aussagekraft und Verwendung der genormten 2D-Oberflächenkenngrößen, funktions­orientierte Son­dermessgrößen (z. B. dominante Welligkeit) und statistische Kennfunktionen
      • Flächenhafte Messung und Charakterisierung der Oberflächen­beschaffenheit im Kontext der Normenreihe DIN EN ISO 25178
      • 3D-Oberflächenkenngrößen und -kennfunktionen - Definition und Informations­gehalt, Topographieparameter und Drallkenngrößen
    2. Tag
    • Fortsetzung zu 3D-Oberflächenkenngrößen
      • Auswahlverfahren für funktionsorientierte Oberflächen­kenn­größen in Entwicklung und Konstruktion
      • Norm­gerechte Oberflächenangaben in der technischen Produkt­dokumen­tation
    • Konsequenzen der Oberflächentolerierung für die messtechnische Ermittlung von Oberflächenkennwerten
      • Erläuterung der Messkette des Tastschnittverfahrens sowie der genormten Messbedingungen (Messaufbau, System­kalibrierung, mechanische und optoelektronische Tast­systeme, Tastschnittmessung)
      • Funktionsweise und Parameter der normengerechten Filter
      • Festlegung normgerechter Messbedingungen, Messen und Auswerten von Oberflächenprofilen und Oberflächentopographien
  • Zielgruppe

    Entwickler und Konstrukteure sowie Fachpersonal aus den Bereichen Fertigungs- und Prüfplanung.

  • Seminarziel

    Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern den fortgeschrittenen Stand zur Festlegung von Oberflächenangaben und zur Ober­flächen­messung zu vermitteln und sie mit der funk­tionsbezogenen Kenngrößenauswahl, den genormten Mess­bedingungen sowie den Möglichkeiten zur dreidimensionalen Beschreibung vertraut zu machen.
  • Organisatorisches

    Seminardauer: 2 Tage, jeweils von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

    Leistungsumfang und Teilnahmegebühr: Einschließlich ausführlicher Seminarunterlagen, gastro­no­mischer Verpflegung und Teilnahme­bestätigung 950,- EUR zzgl. MwSt.
    Für ein In-House-Training unterbreiten wir Ihnen gern ein Angebot.