Einmalig & EinzigartigFORUMSonderfällebei derPrüfprozesseignung und–überwachung |
Um in der industriellen Produktion bei der Bewertung von Produktmerkmalen bzw. -eigenschaften Fehlent-scheidungen zu vermeiden und Risiken eingrenzen zu können, müssen für alle verwendeten Prüfprozesse Eignungsnachweise durchgeführt werden. Die erreichte Qualität ist, mittels geeigneter Überwachungsmetho-den, fortlaufend sicherzustellen. Bewertungen dieser Art sollte jedes Unternehmen zunächst aus Eigeninteresse vornehmen. Darüber hinaus wird man im Rahmen der Zertifizierung des QM-Systems, basierend auf DIN EN ISO 9001 und insbesondere gemäß ISO/TS 16949, nicht umhinkommen, solche Nachweise zu führen, da sie in einem Produkthaftungsfall elementare Nachweiskriterien darstellen.
Wie „Eignungsnachweise von Prüfprozessen für Standardsituationen“ vorgenommen werden können, sind in Normen, Verbandsrichtlinien wie VDA 5 „Prüfprozesseignung“ (VDA-QMC) oder MSA „Measurement Systems Analysis“ (AIAG) sowie in den davon abgeleiteten Firmenrichtlinien umfassend beschrieben. Diese Verfahren werden seit vielen Jahren in der Praxis eingesetzt und haben sich für Standardsituationen bewährt. Dazu zählen insbesondere Messprozesse, mit denen GPS (Geometrical Part Specification) Merkmale bewertet werden. Im VDA 5 Band ist dazu zu lesen (Zitat): „Diese Schrift bezieht sich primär auf die Prüfung geometrischer Größen. Ob die aufgezeigte Vorgehensweise auch für andere physikalische Messungen geeignet ist, muss im Einzelfall beurteilt werden.“ Selbst Normen zum Thema Messunsicherheit wie ISO 14253-2 beziehen sich nur auf GPS-Merkmale.
Sicherlich können diese allgemein gehaltenen Verfahren und Vorgehensweisen für Eignungsnachweise von NICHT-GPS-Merkmalen vom Ansatz her verwendet werden. Inwieweit das funktioniert, muss allerdings im Einzelfall entschieden werden. Dies zu beurteilen, ist in der Praxis genau das Problem. Ganz abgesehen davon, dass es sehr viele Prüfprozesse gibt, bei denen die allgemeinen Verfahren von vornherein nicht 1:1 übertragen werden können. Typische Beispiele sind alle zerstörenden Prüfungen. Diese Art der Prüfprozesse wird oft als „Sonderfälle“ oder „spezielle Messprozesse“ bezeichnet.
Selbst bei Standardsituationen treten viele Fragen auf, die ebenso beantwortet werden müssen, um einen Eignungsnachweis korrekt durchzuführen. Beispiele sind: „Wie bewertet man Objekt- oder Temperatureinfluss?“ oder „Welcher MPE (Maximum Permissible Error) -Wert gilt?“ Auf all diese Fragen findet man in Normen und Verbandsrichtlinien nur rudimentäre Hinweise, obwohl für diese Prüfprozesse ebenfalls Eignungsnachweise durchgeführt werden, um das Risiko von Fehlentscheidungen bewerten zu können.
Auditoren wissen um diese Schwachstelle in den Unternehmen und stellen bei der Zertifizierung des QM-Systems nach DIN EN ISO 9001 bzw. ISO/TS 16949 - sicherlich auch zu Recht - in diesem Themenbereich gerne Fragen. Die Anwender tun sich auf Grund von fehlenden Richtlinien und eindeutigen Vorgaben schwer, die richtigen Antworten zu geben, was konsequenterweise bemängelt wird und zu Punktabzügen führen kann.
Die Foren zu den verschiedenen Themen möchten Antworten auf die aufgeworfenen Fragen und Problemstellungen geben. Um normenkonform zu sein, dem Stand der Technik gerecht zu werden und bei Audits kompetent auf diese Fragestellungen antworten zu können, werden als Grundlage u.a. folgende Normen und Richtlinien herangezogen:
Auf Grund der Vielfältigkeit und Komplexität der Thematik steht nicht für jede Fragestellung ad hoc eine Antwort parat. Daher sollen im Rahmen der Foren Expertenkreise entstehen, die sich der Themenblöcke annehmen, um unter fachlicher Anleitung, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Dadurch entsteht eine Art Wissensbibliothek mit Fallbeispielen zu verschiedenen Problemstellungen, woraus sich Empfehlungen für Vorgehensweisen ergeben, wie „Sonderfälle bei der Prüfprozesseignung und -überwachung“ behandelt werden können. Somit sollen „Erweiterte Richtlinien“ zu bestehenden Normen und Verbandsrichtlinien erstellt werden, die Ihnen und Ihrem Unternehmen helfen, auf diese Aufgabenstellungen kompetent zu reagieren. Gegebenenfalls kann das erarbeitete Wissen sogar die Grundlage für spätere Normen oder Richtlinien sein.
Bereits im Dezember 2011 sind die ersten Themen („Attributive Prüfprozesse“, „MPE für Standardmessmittel“ und „100% Prüfprozesse“) gestartet. Hier können Sie einen Rückblick zu den ersten Workshops nachlesen. Da von vielen Interessenten der Wunsch nach Alternativterminen geäußert wurde, bieten wir Ihnen dieselben Start-Workshops erneut an. Zudem beginnen im Mai Foren mit drei neuen Themen. Wenn Ihr Sonderfall noch nicht gelistet ist, beantworten Sie unseren Fragenbogen. Entsprechend der Interessensnachfrage wird das Angebot erweitert werden.
Die Teilnahmegebühr für ein Forum (und damit für ein Thema) beträgt 950,00€ zzgl. MwSt. und bezieht sich auf den Zeitraum von 12 Monaten, der sich nicht automatisch verlängert. Ein Forum umfasst folgende Leistun-gen:
Für die Eignung von Prüfprozessen mit Standardmessmitteln werden die Fehlergrenzen oder MPE (Maximum Permissible Error) -Werte zur Bestimmung der Standardunsicherheit herangezogen. Für Messprozesse, die aus mehreren Komponenten bestehen, ist der kombinierte MPE-Wert zu bestimmen. Hierbei tauchen wichtige Fragen auf, die bisher bei Fähigkeitsuntersuchungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden, wie z.B.:
Im Kunden-Lieferantenverhältnis muss gewährleistet werden, dass der Kunde nur gute Teile erhält. Ist die Prozessfähigkeit nicht gegeben und der Prüfprozess nicht geeignet, setzt man bei sicherheitsrelevanten Teilen und kritischen Prozessen zur Absicherung des Risikos von einzelnen Ausreißern oder bei Endprüfständen die Methode „100%-Sortierprüfungen“ ein. Hierüber findet man in der Literatur so gut wie keine Hinweise und Erläuterungen zur Vorgehensweise. Folgende Anwendungsfälle werden bei diesem Workshop behandelt:
Für die Abnahme- und Bestätigungsprüfung sowie zur Ermittlung der Messunsicherheit von Drei-Koordinatenmessgeräten sind internationale Normen und nationale Richtlinien verfügbar. Unklar für den Anwender bleibt jedoch, wie die Vorgehensweise jeweils bei universell oder werkstückspezifisch eingesetzten KMGs aussieht und wie die messaufgabenspezifische Messunsicherheit bzw. Prüfprozesseignung ermittelt wird. Dies soll im Workshop vorgestellt und durch Anwendungsbeispiele untermauert werden. Weiter wird besprochen wie diese Geräte effizient und kontinuierlich überwacht werden, um signifikante Veränderungen zeitnah zu erkennen. Diese in der Praxis erprobten Verfahren sollen verallgemeinert und auf folgende Anwendungen übertragen werden:
Optische Messgeräte weisen eine Reihe herausragender Eigenschaften auf (wie z.B. schnelle, berührungslose und genaue Messung, hohe Informationsdichte etc.) und sind daher für eine Reihe von Anwendungen in der Industrie sehr interessant. Diese Vorteile können jedoch nur dann genutzt werden, wenn die kritischen Einflussgrößen (Beleuchtung, Reflexionsverhalten der Prüffläche usw.) erkannt und beherrscht werden. Hierzu sind beispielsweise gegenüber den taktilen Verfahren neue Normale und Methoden des Eignungsnachweises erforderlich. Behandelt werden häufig eingesetzte optische Messverfahren bzw. Messgeräte wie:
In diesem Workshop soll zum einen die Bedeutung des Temperatureinflusses behandelt und eine praxisgerechte Empfehlung der Methoden zur Bestimmung der Messunsicherheit erarbeitet werden. Zum anderen wird auf den Umgang und Eignungsnachweis von kleinen Toleranzen eingegangen.
Temperatureinflüsse führen bei den meisten Werkstoffen zu nicht vernachlässigbaren Messunsicherheiten. Gerade bei kleinen Toleranzen können schon geringfügige Längenausdehnungen einen gravierenden Einfluss auf die Prüfprozesseignung haben. „Kleine Toleranz“ ist kein genormter Begriff. Er soll ausdrücken, dass es sich dabei, im Vergleich zu normalen Verhältnissen, um sehr kleine Toleranzen handelt. Kennzeichnend für kleine Toleranzen ist, dass sie sehr schwierig und aufwändig herzustellen, als auch zu messen sind. Die üblichen Fähigkeits- und Eignungskennwerte sind meist nicht wie bei normalen Toleranzen zu erreichen, da man sich häufig in physikalischen und technischen Grenzbereichen befindet.