Dr.-Ing. Wolfgang Schultz, Geschäftsführer der TEQ Training & Consulting GmbH (gehört zur Q-DAS Gruppe), wurde am 6. Oktober von den Mitgliedern des DIN NA 147-00-02 AA – Arbeitsausschuss Angewandte Statistik – einstimmig zum neuen Obmann gewählt.
Damit tritt Dr. Schultz die Nachfolge von Dipl.-Ing. Alfred Schulze an, der nach seinem Rückzug aus dem aktiven Berufsleben in der Geschäftsführung der Q-DAS GmbH & Co KG nun auch nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung steht.
Zum stellvertretenden Obmann wurde ebenfalls einstimmig Dr. Hans Busch gewählt, der auch seit langen Jahren in diesem Normungsausschuss aktiv ist.
Nach seiner Annahme der Wahl zum Obmann des Ausschusses erläuterte Dr. Schultz den Mitarbeitern des Gremiums seine Vorstellungen zur Strategie des Ausschusses. Als wesentliche Punkte nannte er:
Diese Vorstellungen fanden die Zustimmung der Ausschussmitglieder und wurden als Beschluss verabschiedet.
„Bedauerlicherweise bleibt das Engagement der deutschen Unternehmen in der Normungsarbeit weit hinter den Erfordernissen zurück“, sagt Dr. Schultz im Interview mit der PIQ. „Die große Gefahr besteht darin, dass auf internationaler Ebene Normen entstehen, auf deren Gestaltung die deutsche Industrie keinen Einfluss genommen hat, sie aber irgendwann als Stand der Technik anwenden muss“. Gerade Q-DAS Kunden seien potenzielle Mitglieder dieses Normenausschusses, betonte er dann noch, denn diese sind die Betroffenen und Anwender der Normen zu den statistischen Methoden.
Als Beispiel für die erfolgreiche Arbeit des Gremiums führt Dr. Schultz die DIN 55319-1 an, die basierend auf einem bei Daimler durchgeführten Forschungsprojekt mit Unterstützung von Q-DAS im Normungsausschuss erarbeitet wurde und später auf internationaler Ebene in die DIN ISO 21747 eingegangen ist. Damit konnte ein wesentlicher Fortschritt zur Analyse und Beurteilung von Fertigungsprozessen geleistet werden. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden in die Q-DAS Statistikprogramme integriert.
Eine dauerhaft wichtige Aufgabe des Gremiums ist die korrekte und eindeutige Festlegung der Terminologie, um Missverständnissen und Interpretationsfehlern vorzubeugen. Das betrifft insbesondere die Übersetzungen englischer Normen in die deutsche Sprache.
Typische Inhalte der behandelten Normen sind z.B. Kenngrößen zur Qualitätsfähigkeit von Prozessen und Messsystemen, Qualitätsregelkarten und Stichprobensysteme zur attributiven und messenden Prüfung. Der darin festgelegte Inhalt gilt als Stand der Technik und ist somit nahezu verbindlich für beliebig viele Anwender. In Kürze wird eine Internationale Norm zur Anwendung der Six Sigma Methode erscheinen. Auch die dürfte viele Unternehmen betreffen.
Dr. Schultz wünscht sich daher die Mitarbeit vieler betroffener Unternehmen im Normenausschuss. Angesichts der diesbezüglichen „Mangelsituation“ im Gremium seien Q-DAS und die TEQ geeignete Vertreter der Betroffenen, „da wir
aus dem Netzwerk unserer Kunden und der Mitwirkung in zahlreichen anderen Fachgremien die Erfordernisse an die Anwendung statistischer Methoden sehr gut kennen und daher deren Interessen in der Normungsarbeit besonders gut
vertreten können.“