Die 7 häufigsten Fehler bei der Prüfprozesseignung

Hier finden Sie die häufigsten Fehler bei Prüfprozesseignung, deren Auswirkungen und natürlich deren Vermeidung.

Die 7 häufigsten Fehler bei der Prüfprozesseignung
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Die 7 häufigsten Fehler bei der Prüfprozesseignung

Bei der Prüfprozesseignung wird der Nachweis geführt, dass der jeweilige Messprozess (Messgerät/-vorrichtung, Bediener, Umgebung etc.) für den jeweiligen Anwendungsfall geeignet ist. Um diesen Nachweis zu führen, wird häufig die sog. Messsystemanalyse gemäß dem QS-9000 Leitfaden MSA (Measurement System Analysis) herangezogen. Darauf basierend haben viele Firmen eigene Richtlinien erstellt, die hausintern für diese Aufgabenstellung verwendet werden.

Ähnliches gilt für die Bestimmung der Erweiterten Messunsicherheit nach GUM bzw. VDA5 als Eignungsnachweis von Prüfprozessen. Diese Vorgehensweisen werden hier nicht in Betracht gezogen. Trotz dieser Festlegungen werden bei der Bewertung von Prüfprozessen viele Fehler gemacht. Die häufigsten Fehler sind (die Reihenfolge stellt keine Gewichtung dar):

 

Fehler

Die Berechnungsmethode ist unternehmensweit nicht eindeutig festgelegt und wird dadurch unterschiedlich verwendet, z.B:
• ARM oder ANOVA bzw.
• unterschiedliche Bezugsgrößen (Spezifikationsgrenzen, Prozessstreuung, Teilestreuung etc.)

Konsequenz

Dadurch werden Ergebnisse nicht vergleichbar und führen zu Fehlinterpretationen und zwangsläufig zu vielen unnötigen Diskussionen im Unternehmen und mit den Kunden.

Lösung

Die Vorgehensweise eindeutig festlegen und unternehmensweit verbindlich vorschreiben. Diese Vorgaben sind zu validieren.
 

Fehler

Beim Verfahren 1 (Cg ,Cgk) ist die Unsicherheit des Normals nicht bekannt
oder zu groß.

Konsequenz

Die Messwerte weisen eine zu große Streuung auf, die nicht dem Messgerät oder den Bedienern angelastet werden kann.

Lösung

Nur kalibrierte Normale bzw. Einstellmeister verwenden, bei denen die Messunsicherheit mindestens kleiner als 5% der Toleranz ist.

 

 

Fehler

Viele nicht validierte Excel Formblätter mit Makros zur Bestimmung der Ergebnisse sind fehlerhaft. Insbesondere werden häufig falsche K-Faktoren verwendet.

Konsequenz

Je nach Konstellation werden die Ergebnisse falsch oder zu ungenau berechnet.

Lösung

Excel Makros sind mit hohem Aufwand zu validieren oder eine verifizierte Standardsoftware einsetzen.


Fehler

Oftmals wird angenommen, dass die Kalibrierung eines Messmittels die Bewertung nach Verfahren 1 ersetzt.

Konsequenz

Da die Kalibrierung unter idealisierten Bedingungen im Messraum vorgenommen wird, sind Einflussfaktoren, wie sie in der realen Anwendung vorhanden sind, nicht berücksichtigt.

Lösung

Verfahren 1 anwenden, dies gilt um so mehr, wenn es sich um eine relative Messung handelt. Nur so kann die Rückführbarkeit auf nationale und internationale Normale gewährleistet werden.

 

 

Fehler

Es werden zu viele MSA Studien durchgeführt. Insbesondere wenn es sich um ähnliche Messaufgaben handelt.

Konsequenz

Zu hoher Aufwand mit den verbunden Kosten.

Lösung

Bei vergleichbaren Messaufgaben mit ein und demselben Messprozess können die Ergebnisse aus einer Untersuchung häufig übertragen werden. So kann sowohl bei Verfahren 1 als auch 2 bzw. 3 auf eine minimale Bezugsgröße zurück gerechnet werden. Solange diese bei der jeweiligen Anwendung nicht unterschritten wird, ist keine erneute Untersuchung erforderlich, was zu erheblichen Einsparungen führt.

 

 

Fehler

Die Messbeständigkeit (Stabilität) eines Messprozesses wird unterschätzt. Ohne ausreichende Nachweisführung muss immer davon ausgegangen werden, dass sich der Messprozess aufgrund unterschiedlicher Einflüsse mit der Zeit verändert und ggf. für die Anwendung nicht mehr geeignet ist.

Konsequenz

Hohe Unsicherheit, da im Nachhinein der genaue Zeitpunkt, zu dem der Messprozess nicht mehr geeignet war, nicht mehr feststellbar ist. Aufgrund von Fehlmessungen können unzulässige Teile verbaut bzw. bereits zum Kunden gelangt sein, was erhebliche Folgekosten und Imageschäden nach
sich ziehen kann.

Lösung

Regelmäßige Stabilitätsprüfungen durchführen und die Ergebnisse dokumentieren. Dadurch kann unter Umständen das Kalibrierintervall für das Messgerät verlängert werden.

 

 

Fehler

Häufig wird aus einem schlechten Ergebnis (z. B. %GRR von 35%) aufgrund unzureichender Kenntnisse über den Messprozess geschlossen, dass das verwendete Messgeräte gegen ein hochwertigeres und damit teureres Messgerät ausgetauscht werden muss.

Konsequenz

Unnötige Mehrkosten.

Lösung

Durch korrekte Definitionen, richtige Messabläufe und umfassende grafische Darstellung der Messwerte und Ergebnisse werden die wesentlichen Einflussfaktoren und deren Wirkung transparent. Dadurch können oft kostengünstige Maßnahmen (Reinigung, Anschlag zur Positionierung des Prüflings anbringen, Schulung der Prüfer etc.) ergriffen werden, um den Messprozess zu verbessern, ohne das Messgerät austauschen zu müssen.

Viele der oben aufgeführten Fehler können vermieden werden, wenn Sie die Q-DAS Software solara.MP verwenden!

 

Weitere Hinweise zur richtigen Durchführung der Prüfprozesseignung finden Sie: