Hier finden Sie die häufigsten Fehler bei der Maschinenabnahme, deren Auswirkungen und natürlich deren Vermeidung.
Die 7 häufigsten Fehler bei der Abnahme von Maschinen und Fertigungseinrichtungen (Beispiel)
Bei der Neubeschaffung von Maschinen- und Fertigungseinrichtungen bzw. bei der Nachrüstung oderWartung stellt sich immer die Frage: „Ist die Maschine bzw. die Fertigungseinrichtung gemäß denSpezifikationen geeignet oder nicht?“Während man früher sehr stark die geometrische Spezifikationen der Einrichtung, wie sie beispielsweise in ISO 282 beschrieben sind, beurteilt hat, ist man heute immer mehr dazu übergegangen, zunächst reale Teile zu produzieren, die relevanten Merkmale zu vermessen und anschließend die Messergebnisse statistisch auszuwerten, um anhand der Ergebnisse die Einrichtung zu bewerten.Dabei unterscheidet man zwischen Maschinen, die unterschiedlichste Teile erzeugen und Einrichtungen, die spezifisch für eine kleine Produktpalette (z. B. zur Bearbeitung von Motorblöcken, Nockenwellen usw.) eingesetzt werden. Beim Letzteren gibt der Käufer der Einrichtung die Spezifikation der zu produzierenden Teile genau vor. Dazu werden für die wichtigsten Merkmale des Teiles (Spezifikationsgrenzen) zwei- oder einseitig vorgegeben. Die Merkmale selbst werden ggf. verschiedenen Klassen wie kritisch, signifikant, wichtig oder ähnliches zugeordnet. Jeder Klasse ist ein Grenzwert für den Fähigkeitskennwert zugeordnet, der eingehalten werden muss. Die Maschine bzw. Fertigungseinrichtung gilt als abgenommen, wenn für jedes Merkmal die geforderte Fähigkeit eingehalten wird. Erreicht ein Merkmal diesen vorgegebenen Grenzwert nicht, sind Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Alternativ entscheidet der Prozesseigner, ob die Maschine trotz Abweichungen von der vorgegebenen Spezifikation abgenommen wird.In der Regel findet die Abnahme zunächst beim Hersteller der Maschine bzw. der Fertigungseinrichtung statt. Anschließend wird nach dem Aufbau der Einrichtung beim Käufer das gleiche Prozedere wiederholt. In solchen Fällen sind die Grenzwerte für die Fähigkeitskennwerte unterschiedlich.Handelt es sich um eine Universalmaschine, ist vorher festzulegen, welche Teile mit welchen Merkmle von der Maschine hergestellt werden. Ansonsten gilt die oben beschriebene Vorgehensweise.
Fehler
| Die Abnahmemodalitäten sind nicht eindeutig festgelegt und ausreichend spezifiziert. |
Konsequenz
| Während der Abnahme kommt es häufig zu unnötigen Diskussionen über die Vorgehensweisen. Insbesondere kann man sich häufig nicht über die Grenzwerte bzgl. der Fähigkeitskennwerte der jeweiligen Merkmale verständigen. |
Lösung
| Auf dem Markt gibt es von Verbänden wie VDMA, VDA oder Großkonzernen Richtlinien zur Abnahme mit denen schon über mehrere Jahre Erfahrungen gesammelt werden konnten. Im Buch „Statistische Verfahren zur Maschinen- und Prozessqualifikation“ sind Richtlinien von Bosch, Daimler, GM und VW enthalten. Entweder sollte eine dieser Richtlinien „1 zu 1“ verwendet oder basierend auf den genannten Richtlinien eigene Vorgehensweisen festgelegt werden. |
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